Etappe 7: Von Maria Alm auf das Statzer Haus

Ein Sommertag, es ist warm. Wir sind an einer Großbaustelle, Investitionsobjekt, vorbei und haben den Supermarkt gefunden. Danach gehen wir erst die Straße entlang. Wir kommen so langsam aus den Ort raus und gehen auf einem asphaltierten Weg zwischen den Feldern im Tal. Man sieht jetzt etwas: Das, wo wir hergekommen sind, die Berchtesgadener Alpen, der dicke Hochkönig, das Steinerne Meer mit der Schönfeldspitze und links davon die Leoganger und Loferer Steinberge.

Wir gehen jetzt in etwas sanfteres Gelände hinein, die Grauwackenzone. Die liegt so als eher mittelhohes, weicheres Gelände zwischen dem schroffen Kalk hinter uns und dem harten Granit der Hohen Tauern vor uns. Konkret sind es die Deantener Berge in den Salzburger Schieferalpen, unser Ziel ist der Hundstein, immerhin ist es der höchste Berg dort, 2100m.

Es ist heiß, die Luft flimmert, wir gehen den Asphaltweg Richtung eines Berghofs, an dem wir vorbei wollen. Auf einmal steht da was in der Gegend rum, eine Installation, mehrere Stahlplatten, schick angerostet, mit Handabdrücken, zieht sich die Straße zum dem Hof hin. Diese Stelen mit den Abdrücken tragen Namen wie Shiffrin, Riesch, Hirscher, Vonn, skifahrende Menschen, die Weltelite. Ja, dieser Bauernhof hat dahinter eine Wiese am Hang mit einem kleinen Schlepplift, und der Chef hat einen Pistenbully, mit dem er im Winter die Wiese präpariert. Das macht er so gut, dass auf seinem Hof die Superstars zwischen den Rennen in Europa bei ihm wohnen und auf seiner Wiese hinter dem Hof trainieren. Und da Tourismus ja auch PR ist, gibt es jetzt diesen „Walk of Fame“

Wir kommen in den Wald, da ist es dann etwas angenehmer. Wir kommen an einem kleinen Hüttchen an, wo wir uns auf einer Bank zur Rast niederlassen. Dort treffen wir noch einen anderen Wanderer, der vorhat, oben irgendwo an seinem Geheimplatz wild zu campieren. Das darf man so zwar nicht in Österreich, er kennt sich aber aus. Eine Nacht unter freiem Sternenhimmel ist ja was feines, das wurde es für ihn aber nicht, fällt im Nachgang so grad ein. Dann war da noch so ein Engländer im freien Oberkörper, der seinen Kumpel suchte, etwas verwirrt. Da er aber nicht im hochalpinen Gelände Gefahr lief, zu verunglücken, haben wir ihn so weiterziehen lassen.

Wir steigen ein schönes Stück durch Wald und Blumen, vielen Blumen, auf und kommen an unserem ersten Gipfel an, der Schwalbenwand. Ein grandioser Aussichtspunkt und ab da wurde die Aussicht nicht schlechter. Der Weg führt jetzt über den Grat (sanft, wir sind hier in den sanften Bergen) in einem Bogen Richtung Hundstein. War jetzt bisher der Blick zurück bestimmend, ist es jetzt der Blick voraus, der Tauernbogen von Ankogel, Hoher Sonnblick, Großglockner bis Großvenediger. Und irgendwann rechts unterhalb dann der Zeller See.
Wir sind nach wie vor nicht im hochalpinen Gelände, wir laufen zwischen Blumenwiesen umher, und kommen an der einen oder anderen Lacke, vulgo Teich vorbei. Sehr lieblich. Im Blick werden jetzt die Tauern bestimmender, davor unten der Zeller See. Wir gehen weiter den Grat lang und in einem Schwung kommen wir dann oben auf dem Hundstein am Statzer-Haus an.

Das Statzer-Haus hat zwar eine Premium-Lage, ist aber keine Premium-Immobilie. Es ist etwas verwohnt. Der dazugehörige Wirt macht den gleichen Eindruck, vielleicht hängt da doch das eine mit dem anderem zusammen. Dort könnte man einfachen Mitteln eine wirklich feine Hütte draus machen, ohne sie zu gentrifizieren. Ein anderes Mal vielleicht, heute Schnapshütte.

Der Ausblick ist allerdings sensationell: Wo wir herkamen, wo wir hingehen, im Norden die Kalkalpen von Dachstein bis Wilder Kaiser, im Süden die Hohen Tauern mit Gewitterspektakel. Abends auf der Hütte Gewitterspektakel gucken ist wichtig, das muss jeden Abend so sein. Die Schafe kamen dann zur Gesellschaft auch noch dazu.

Der Wirt war wohl mal besser in Form, er erzählte, wie das Statzer-Haus nach einem Brand neu aufgebaut wurde, er Holzbalken von 60kg auf dem Buckel aus dem Tal nach oben getragen hat. So wurden früher Hütten gebaut. Heute führt da eine Straße rauf, man könnte also………ein andern Mal halt.

 

Impressionen


Übernachtung

Statzer Haus

Telefon+43 6542 74438
Mobil+43 664 6571699
Von Pfingsten bis Mitte Oktober durchgehend geöffnet


Tourenprofil


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.